Peltigera

Bei den Species der Gattung Peltigera handelt es sich um Blattflechten, die Lager sind meist groß mit bis zu 20 cm oder mehr im Durchmesser (Abb. 1). In Europa zählt die Gattung Peltigera etwa 30 Arten, in Deutschland sind es 21 Arten. Die Oberseite ist feucht entweder grau, blaugrau bis schwarzgrün oder aber kräftig grün. Nur die Oberseite ist paraplektenchymatisch berindet, die Unterseite ist unberindet. Die Unterseite ist feinfilzig, hell bis dunkelbraun(schwarz) und mit Adern und Rhizinen belegt. Die Apothecien wachsen auf der Oberseite an den Lobenenden. Sie sind meist sattelförmig und von braunlicher bis braunschwarzer Farbe.

Peltigera wächst auf bemoosten Felsen, an Wegböschungen oder am Stammfuß von Bäumen. Die typischen Standorte sind schattig und haben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Gattung findet sich im Bergland häufig, seltener im Tiefland.

Es gibt Arten mit entweder zwei oder drei Symbionten:

– Pilz (Ascomycet) + Cyanobakterium (Nostoc)

– Pilz (Ascomycet) + Grünalge (Coccomyxa) + Cyanobakterium (Nostoc) in externen Cephalodien.

Weitaus am häufigsten sind Species mit Nostoc als einzigem Photobionten. Diese haben feucht eine graue bis blaugrau schwärzliche Farbe.

Es gibt aber auch fünf europäische Arten, die sowohl Nostoc als auch Coccomyxa als Photobionten haben. In diesem Fall ist dann Coccomyxa der hauptsächliche Photobiont, der sich gleichmäßig in einer Schicht unterhalb der oberen Berindung verteilt. Nostoc befindet sich dann räumlich getrennt in sogenannten Cephalodien. Dieses sind kleine, berindete Vakuolen, die sich je nach Species entweder auf der Lobenoberseite oder -unterseite befinden. Feucht sind diese Flechten kräftig grün.